Trickbetrug und Internet-Kriminalität

Werden Sie misstrauischer – seit Jahren steigen die Straftaten im Bereich von Trickbetrug und Internet-Kriminalität. Die einzelnen Schadenshöhen sind oft erschreckend. Jeder von uns kann irgendwann Opfer werden. Daher müssen wir uns eine Art „Selbstschutz“ aneignen, eine gesunde Portion an Misstrauen und Zweifel gegenüber den „Informationen“ in den digitalen Medien und natürlich auch am Telefon.

All den verübten Straftaten ist gemein, dass professionelle Tätergruppen nicht die Technik attackieren, sondern die „Schwachstelle“ Mensch und wie raffinierte Psychologen agieren. Systeme wie Onlinebanking, ID-Austria und Finanz-Online sind absolut sicher.

Aktuell ist die ältere Generation wieder massiv von solchen Straftaten betroffen – häufig sind Anrufe durch sogenannte „falsche Polizisten, falsche Staatsanwälte und Richter, falsche Ärzte“ – wie zum Beispiel:


Beispiel 1

Am Telefon wird mitgeteilt, dass Sohn/Tochter einen Verkehrsunfall verursacht hätte, der Unfallsgegner schwer verletzt wurde oder sogar verstorben ist. Die Festnahme kann nur durch Bezahlung einer Kaution verhindert werden. Ausnahmsweise werden anstelle von Bargeld auch Schmuck, Münzen oder Goldbarren akzeptiert…


Beispiel 2

„Falsche Polizisten“ rufen an und teilen mit, dass im nahen Umfeld eingebrochen wird. Ein bis zwei Täter sind noch flüchtig und es besteht die Gefahr, dass Sie das nächste Opfer sind. Wir, als Kriminalpolizei, bieten uns an, vorläufig ihre Wertgegenstände zu sichern, bis die Gefahr vorbei ist…


Beispiel 3

Die Täter geben sich als „Ärzte eines Spitals“ aus und teilen am Telefon mit, dass Sohn/Tochter auf der Intensiv-Station liegt. Er/Sie hat Krebs im Endstadium und nur ein Medikament könnte helfen. Leider werden die Kosten nicht von der Gesundheitskasse oder Versicherung übernommen, es muss privat bezahlt werden…

Es gibt keine derartigen Kautionen! Die Polizei sichert keine privaten Wertgegenstände! Es gibt keine Kosten für derartige Medikamente!


 

Faustregel

Jede Forderung von Vermögenswerten am Telefon, aber auch per E-Mail, SMS oder WhatsApp ist IMMER Betrug – ohne Wenn und Aber! Ganz gleich, als welche Person sich der Anrufer oder Absender ausgibt. Beenden Sie sofort die Kommunikation! Vertrauen Sie nicht auf jene Telefonnummer, die auf ihrem Display aufscheint, diese ist frei erfunden – die heutige Technik lässt dies leider zu. Bleiben Sie achtsam!

 

Sicherheit im Alter ist Lebensqualität

Senioren sind häufiger als die jüngere Generation von organisierter Kriminalität betroffen. Sie werden Opfer von Kriminalität im Internet und betrügerischen Anrufen. Dabei geht es oft um hohe Schadenssummen. Die Betrüger nutzen Internet und Telefon raffiniert aus, um an Geld und Wertsachen heranzukommen. Durch richtiges Verhalten, ein gesundes Misstrauen und Wachsamkeit, können solche Straftaten unterbunden werden. Tipps und Hinweise sind keine Garantie, Straftaten zu verhindern, aber sie erschweren den Erfolg krimineller Handlungen. Der OÖ Seniorenbund hat sich zum Ziel gesetzt, seine Mitglieder zu informieren und zu beraten, um betrügerische Straftaten so weit als möglich zu verhindern.

Hermann Stallinger, Landes-Sicherheitsreferent